Sport ist Dienstleister an der Gesellschaft, kein Bittsteller!

Am 8.11.2024, dem Tag nach der Generalversammlung, stellten Sport Austria-Präsident Hans Niessl, Vizepräsident für Leistungs- und Spitzensport Thomas Reichenauer sowie Vizepräsident für Breitensport Peter McDonald das Sport Austria-Programm für die nächste Funktionsperiode (5 Jahre) vor und adressierten dieses auch an die nächste Bundesregierung. Dabei wurde auch die Forderung nach einem Paradigmenwechsel erhoben: weg vom klassischen Fördersystem, hin zur Leistungsvereinbarung.
Sport Austria zeigte dabei auf, dass Österreichs Sport ein großer Dienstleister an der Gesellschaft ist – und kein Bittsteller: Er leistet mit 24,1 Milliarden Euro an Wertschöpfung und 357.000 Arbeitsplätzen bereits jetzt einen großen Beitrag für die österreichische Volkswirtschaft. Zudem trägt er 8 Milliarden Euro an Steuern- und Abgabenaufkommen bei und erspart dem Gesundheitssystem – schon beim aktuellen Aktivitätslevel – 530 Millionen Euro jährlich. Der präventive Beitrag und damit die Einsparungen könnten aber wesentlich größer sein. Aktuell stellt die körperliche Inaktivität in Österreich bereits ein Wohlstandsrisiko dar. Die daraus resultierenden jährlichen Kosten betragen inzwischen 2,4 Mrd. Euro jährlich! Würde man die Strukturen des organisierten Sports gezielter und stärker für die Umsetzung von Bewegungsprogrammen einsetzen, könnte man diesen Betrag wesentlich reduzieren und damit zur Entlastung des Gesundheitssystems beitragen.
Der organisierte Sport hat in der abgelaufenen Gesetzgebungsperiode mithilfe der dafür nötigen politischen Entscheidungsträger:innen in einer sehr schwierigen Zeit mit Corona und Teuerungskrise einiges erreicht. Um aber aus dem Sportland Österreich in den kommenden fünf Jahren tatsächlich eine Sportnation zu machen, braucht es freilich noch mehr: im Bereich des Spitzensports mit seiner so wichtigen Vorbildfunktion genauso wie in den Bereichen Breiten- und Gesundheitssport. Fest steht, dass Österreich eine Sportstättenoffensive – auch als Grundlage für mehr Bewegungs-Prävention – ebenso benötigt wie eine finanzielle Absicherung des Sports im Kampf gegen die Teuerung sowie eine Entbürokratisierung, damit vor allem die rund 570.000 Ehrenamtlichen freigespielt werden für ihre eigentlichen Aufgaben im Sport. Es braucht ein Umdenken, das weg von Förderungen und hin zu Leistungsvereinbarungen führt: Ein Dienstleister erbringt Leistungen und wird dafür auch angemessen bezahlt. Darüber braucht es einen breiten Diskurs. Um es auf den Punkt zu bringen: Der Sport ist kein Bittsteller, er ist Dienstleister, sei es im Gesundheitssystem, sei es in der Wirtschaft, sei es in der Integration, sei es in der Inklusion etc.
Generell erwartet der organisierte Sport von der nächsten Bundesregierung, egal in welcher Besetzung, bessere Rahmenbedingungen für seine Sportler:innen sowie die Umsetzung bzw. Fortführung bereits bestehender Projekte wie die Tägliche Bewegungseinheit. Dazu wurde von Sport Austria und den Dach- und Fachverbänden ein 9-Punkte-Programm ausgearbeitet, das den Parteien bereits im Vorfeld der Nationalratswahlen übermittelt wurde. Dabei konnten überraschend viele Übereinstimmungen festgestellt werden.